4 Strategien zur Konfliktbewältigung

Hast Du das Gefühl, dass sich in Deinen Beziehungen immer wieder die gleichen Konflikte abspielen?

Vielleicht fühlst Du Dich oft missverstanden, kämpfst mit Verlustängsten oder suchst unbewusst nach Bestätigung?

Das liegt daran, dass unser Unterbewusstsein alte Prägungen aus der Kindheit in unsere Partnerschaften mitnimmt. Diese Muster bestimmen, wie wir Nähe erleben, auf Streit reagieren oder mit emotionalen Herausforderungen umgehen.

Unsere früheren Bindungserfahrungen - insbesondere mit unseren Eltern oder Bezugspersonen - formen unser Verständnis von Liebe, Vertrauen und emotionaler Sicherheit.

Diese tief verankerten Muster beeinflussen uns oft unbewusst und führen dazu, dass wir in Beziehungen ähnliche Dynamiken erleben, die wir aus der Kindheit kennen.

Doch das Gute ist: Diese Muster lassen sich durchbrechen, wenn wir sie denn erst einmal erkennen.

In diesem Blogartikel erfährst Du die häufigsten Anzeichen, psychologischen Hintergründe und praktische Tipps, um aus diesen Kreisläufen auszubrechen und somit eine gesunde, erfüllte Partnerschaft führen zu können.

Die häufigsten Beziehungsmuster aus der Kindheit

1. Die Angst vor Ablehnung oder Verlassenwerden

Wenn Du als Kind emotionale Unsicherheit erlebt hast, kann sich das in Deiner Beziehung als Verlustangst äussern. Vielleicht bist Du übermässig eifersüchtig, hast Angst vor Trennung oder passt Dich stark an, um geliebt zu werden.

Typische Anzeichen dafür sind:

Du suchst ständig Bestätigung von Deinem Partner.

Du fühlst Dich unsicher, wenn Dein Partner nicht sofort auf Nachrichten antwortet.

Du passt Dich extrem an, um Konflikte zu vermeiden.

2. Bindungsangst und emotionale Distanz

Falls Deine Eltern Dir wenig emotionale Nähe gegeben haben, kannst Du als Erwachsener Schwierigkeit haben, Dich in Beziehungen wirklich zu öffnen. Oft neigen diese Menschen dazu, ihre Partner auf Abstand zum halten, um sich selbst zu schützen.

Hierfür sind typische Anzeichen dafür:

Du hast das Bedürfnis nach viel Freiraum in der Beziehung.

Du fühlst Dich schnell eingeengt, wenn Dein Partner Nähe sucht.

Du vermeidest emotionale Gespräche oder tiefere Bindungen.

3. Das Bedürfnis nach Bestätigung

Kinder, die nur durch Leistung oder Gehorsam Anerkennung erfahren haben, suchen oft auch in der Partnerschaft nach Bestätigung. Sie fühlen sich wertlos, wenn sie nicht ständig geliebt oder gelobt werden.

Typische Anzeichen:

Du hast Angst, nicht genug zu sein.

Du suchst oft nach Komplimenten und Anerkennung.

Du fühlst Dich unsicher, wenn Dein Partner nicht regelmässig seine Liebe ausdrückt.

4. Wiederholung toxischer Muster

Manche Menschen geraten immer wieder in toxische Beziehungen, weil sie unbewusst das nachahmen, was sie als Kind erlebt haben. Wenn Streit, emotionale Manipulation oder Unsicherheit in der Familie normal waren, kann sich auch das in späteren Partnerschaften wiederholen.

Kennst Du diese Szenarien?

Du fühlst Dich oft zu Partnern hingezogen, die Dich schlecht behandeln?

Du hast das Gefühl, Drama in einer Beziehung "zu brauchen"?

Du erkennst toxische Muster, kannst aber nur schwer daraus ausbrechen?

Praxisbeispiele für Beziehungsmuster

Beispiel 1: Bindungsangst in der Partnerschaft

Anna hat in ihrer Beziehung gelernt, dass sie sich auf niemanden verlassen kann. In ihrer Beziehung zu Marc zieht sie sich oft zurück, wenn er ihr zu nahe kommt. Sie weiss, dass er sie liebt, doch eine innere Angst hält sie davon ab, sich völlig zu öffnen.

Lösungsansätze für Anna:

Kleinere Schritte zur emotionalen Öffnung unternehmen.

Positive Bindungserfahrungen bewusst wahrnehmen.

Gespräche über Ängste mit Marc führen.

Beispiel 2: Übermässige Anpassung aus Angst vor Ablehnung

Max hatte Eltern, die ihn nur lobten, wenn er sich perfekt verhielt. Heute fällt es ihm schwer, seine eigenen Bedürfnisse auszudrücken, weil er Angst hat, nicht genug zu sein.

Lösungsansätze für Max:

Eigene Bedürfnisse bewusst wahrnehmen und kommunizieren.

Die Angst vor Ablehnung hinterfragen.

Selbstwertgefühl unabhängig vom Partner stärken.

So erkennst Du Deine Muster und durchbrichst sie

1. Bewusstsein schaffen: Erkenne Deine Prägungen

Der erste grosse und wichtige Schritt ist, Dir bewusst zu machen, welche Muster Du aus Deiner Kindheit in Deine Beziehung überträgst.

Frage Dich: Gibt es wiederkehrende Konflikte? Woher könnten sie stammen?

2. Die Vergangenheit reflektieren

Denke über Deine Kindheit nach.

Wie war Deine Beziehung zu Deinen Eltern?

Welche Beziehung haben sie Dir vorgelebt und welche Glaubenssätze über Liebe und Beziehungen hast Du damals entwickelt?

Schreibe Deine Gedanken dazu auf. 

3. Achtsamkeit in der Beziehung üben

Versuche, bewusst wahrzunehmen, wie Du in bestimmten Situationen reagierst. Spürst Du Angst, Unsicherheit oder Wut? Oft sind das Hinweise auf alte Muster.

4. Neue Verhaltensweisen etablieren.

Um Deine Prägungen zu durchbrechen, musst Du neue, gesündere Wege im Umgang mit Deinem Partner finden. Wenn Du beispielsweise Bindungsangst hast, übe Dich in kleinen Schritten darin, Dich emotional zu öffnen.

5. Praktische Übungen zur Selbstreflektion

Journaling: Schreibe täglich über Deine Gefühle und Reaktionen in der Beziehung.

Meditation und Achtsamkeit können Dir auch helfen, unbewusste Muster zu erkennen.

Rollenspiele: Stelle Dir alternative Reaktionen auf typische Konflikte vor.

Innere Kind-Arbeit: Versuche, alte Wunden durch Visualisierung und Affirmationen zu heilen, nach und nach wirst Du somit alternative Reaktionen auf typische Konflikte entwickeln können. Doch eigentlich entsteht Heilung, wenn Du nichts mehr heilen möchtest. Denn das Wort Heilung impliziert, dass etwas kaputt ist. Doch Du bist nicht kaputt, sondern hast nur aus Deinen vergangenen Erfahrungen, Überlebensstrategien entwickelt, entwickeln müssen. Darüber könnte ich glatt einen neuen Blog schreiben...

6. Professionelle Unterstützung in Betracht ziehen

Im Allgemeinen ist es schwer, alte Wunden allein aufzuspüren und sich ein neues Verhalten anzueignen. Ein Coach kann Dir helfen, tiefere Einblicke in Deine Muster zu gewinnen und gezielt daran zu arbeiten.

Langfristige Strategien für eine gesunde Beziehung

1. Kommunikation verbessern

Eine offene und ehrliche Kommunikation ist der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung. Lerne, Deine Gefühle und Bedürfnisse klar zu formulieren. Damit gelingt Dir auch eine emotionale Unabhängigkeit aufzubauen. Arbeite daran, Dein eigenes Glück nicht von Deinem Partner abhängig zu machen. 

2. Grenzen setzen und respektieren

Lerne, gesunde Grenzen zu setzen und die Grenzen Deines Partners zu respektieren. Das schafft eine stabile und respektvolle Beziehung.

Fazit: Du hast die Macht, Deine Beziehungsmuster zu verändern

Es ist völlig normal, dass unsere Kindheit einen Einfluss auf unsere Beziehungen hat. Doch das bedeutet nicht, dass wir in negativen Mustern gefangen bleiben müssen. Indem Du Deine unbewussten Prägungen erkennst, reflektierst und bewusst neue Verhaltensweisen entwickelst, kannst Du gesündere, erfüllendere Partnerschaften führen.

Liebe darf leicht sein - Du hast es in der Hand, Deine Zukunft anders zu gestalten als Deine Vergangenheit!

Wenn Du Dir Unterstützung wünschst und endlich Veränderung in Deinem Leben und Deinen Beziehungen erreichen möchtest, dann melde Dich gerne bei mir,

Gemeinsam finden wir einen Weg, um alte Muster zu durchbrechen und eine erfüllte Partnerschaft zu leben!


"Willst du Recht haben oder glücklich sein?"

Chuck Spezzano


Ich war neulich in einem Möbelhaus und konnte einen handfesten Streit zwischen einem Paar erleben. Sie schrien einander an, und er verliess darauf wutentbrannt den Ort des Geschehens. 

Ich habe nicht genau mitbekommen, weshalb sie sich gezofft haben, vielleicht wollte er einfach ein Sofa aus Leder und sie eines aus Stoff.

Für mich war es sehr spannend diese Szene zu beobachten. Von aussen betrachtet fand ich die Situation eigentlich ganz humorvoll.

Weil wir das doch auch von unserer eigenen Beziehung kennen. Nicht immer herrscht eitler Sonnenschein. Mitzuerleben, dass es bei anderen Paaren auch mal knallt, bietet doch schon Entspannung. 

Vielleicht hatte man einen schlechten Tag, der Chef hat genervt und dann braucht es nur noch den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Alles ganz logisch und nachvollziehbar, oder?

Nur wenn man selber in einem solchen Streit steckst, fühlt es sich meistens nicht mehr so entspannt an. Und die Logik verabschiedet sich in einem solchen Moment sowieso. Zu sehr fühlt man sich getriggert oder unfair behandelt. 

Ich glaube nicht, dass es bei den beiden im Möbelhaus um das Sofa ging. Ich vermute, dass ein anderes Thema der wahre Grund dafür war. Denn selten ist der Grund für einen Streit die aktuelle Situation. Die ist nur der Auslöser für ein darunterliegendes Thema oder Gefühl, was gesehen werden will.

Wenn ich mir aber im Konflikt schon bewusst werden kann, welcher Ärger, Frust oder welche Enttäuschung der eigentliche dahinterliegende Grund ist, kann ich ganz anders damit umgehen.

Nicht, dass es dann nie wieder zu einem Streit kommt. Nein. Das ist auch gar nicht das Ziel.

Denn wie heisst es so schön? Ein Streit ist wie ein reinigendes Gewitter. Aber ich kann verhindern, dass der Streit nicht noch heftiger wird und sich die Negativspirale noch weiter nach unten dreht. Und so vielleicht noch mehr Geschirr zerschlagen wird, als nötig.

Doch wie erreichst Du das?

Ich zeige Dir hier vier effektive Strategien.

Sei in erster Linie ehrlich mit Dir selbst und frage Dich, warum Du gerade wirklich so wütend bist.

Welche Bedürfnisse wurden schon lange nicht mehr angesprochen?

Welche Gefühle haben sich angestaut?

Was versuchst Du wegzudrücken?

In einer Beziehung ist immer wieder Klärungsbedarf angesagt.

Oft verpassen oder vermeiden wir Ungeklärtes rechtzeitig anzusprechen. Und dann kommulieren sich die Dinge, bis eine vermeintlich falsche Bemerkung von Deinem Partner die Bombe mit dem angestauten Ärger zum Platzen bringt. Deshalb ist regelmässig Klärungsbedarf nötig.

Wenn ich aber erkenne, welche Gefühle darunter ihr Unwesen treiben, bin ich auch wieder in der Lage eine Entscheidung zu treffen. 

Zum Beispiel sich nicht über die Schuldfrage den Kopf zu zerbrechen. Es ist unwichtig, wer bei einem Streit die Schuld trägt. Vielmehr geht es darum zu erkennen, wo Dein Anteil bei der Auseinandersetzung liegt. 

Welche Gefühle wollen wahrgenommen werden, und für diese übernimmst Du dann die Verantwortung.

Falls Du in das Thema Schuldzuweisungen noch tiefer eintauchen möchtest, ich habe darüber bereits einen BLOG mit dem Titel "Wer ist schuld?" geschrieben. 

Das EGO.

Der Paartherapeut Chuck Spezzano fragt: "Willst du Recht haben oder glücklich sein?"

Kennst Du das auch, dass in oder nach einem Streit Dir dein EGO im Wege steht? 

Anstatt im EGO hängen zu bleiben, ist es viel interessanter durch einen Streit mehr über Deinen Partner zu erfahren.

WARUM denkt er so?

So bleibst Du neugierig auf die Welt von Deinem Gegenüber. Du erfährst mehr über seine Werte, warum er so fühlt und warum ihm, wenn wir bei der Situation im Möbelhaus bleiben, ein Ledersofa besser gefällt. Was verbindet er damit? Gibt es dazu eine Geschichte? Das heisst nicht, dass Dir deshalb Ledersofas plötzlich auch gefallen müssen, aber Du kannst ihn dann besser verstehen.

Kompromissbereitschaft.

Vielleicht habt Ihr eine genügend grosse Wohnung und somit die Möglichkeit, dass jeder einen Bereich hat, den er nach dem eigenen Geschmack einrichten kann. In den gemeinsamen Räumen muss dann wieder ein Kompromiss gefunden werden. 

Und last but not least. Der Zeitpunkt.

Ist der Zeitpunkt für einen Besuch im Möbelhaus der Richtige? Wenn ich eh schon gestresst, oder von meinem Partner genervt bin, muss ich nicht noch Möbel aussuchen.

Mein Mann und ich haben in Einrichtungsdingen eh einen total konträren Geschmack. Aber ehrlich gesagt, sind ihm Möbel auch nicht so wichtig. 

Du siehst. Ein konstruktiver Umgang mit einem Konflikt bietet Wachstumspotenzial. Nutze es.

Ach, eines noch.

Kannst Du Dich nach einem Streit entschuldigen? Denn das ist nämlich keinesfalls ein Zeichen von Schwäche, sondern das zeugt von Stärke!

Ausweglos? NEIN! Aus.Weg.Los! Auf in die Klärung!

Willst Du erfahren, was die häufigsten Gründe für einen Streit in der Partnerschaft sind? Dann hol Dir meine dreiteilige STOP STREIT Videoserie mit dazugehörigem Arbeitsmaterial und einer von mir gesprochenen Meditation.

https://gabrielaleutwiler.ch/stopp-streit-kurs/

Herzlichst,

Gabriela


Ausweglos? NEIN! Aus.Weg.Los!

Auf ins Beziehungsglück!